Pestizideinsatz auf landwirtschaftlichen Flächen in Lage
Der Einsatz von Ackergiften und der Anbau von Monokulturen in Zusammenhang mit dem Insektensterben und dem Rückgang der Biodiversität ist ein in der Gesellschaft und auch bei uns stark diskutiertes Thema.
Was werden Sie unternehmen, um die in Lage noch arbeitenden Bauern dauerhaft zu weniger Gift-Einsatz und zu mehr Einsatz für den Erhalt der Biodiversität zu verpflichten?
Wie stehen Sie dazu, Lage zu einer pestizidfreien Kommune nach dem Vorbild von Mals in Südtirol zu entwickeln?
Antwort von Frank Drexhage, BÜNDNIS 90 / GRÜNE
Auf dem Weg zu einer pestizidfreien Kommune muss meines Erachtens die Kommune beispielhaft agieren.
Die Grünen haben im Umweltausschuss deshalb Folgendes von der Stadtverwaltung gefordert:
- Pestizideinsatz auf städtischen Wegen und Plätzen unterlassen (nach Auskunft der Stadtverwaltung ist das bereits der Fall)
- Verpachtung städtischer Flächen an die Bindung knüpfen, dass kein Pestizideinsatz erfolgt.
- Aufbau eines parzellenscharfen Flächenkatasters, aus dem ersichtlich ist, welche städtischen Flächen an Dritte verpachtet sind und wie sie genutzt werden (die Verwaltung arbeitet daran, ein Ergebnis soll demnächst im Umweltausschuss vorgelegt werden.)
Eine Verpflichtung der Lagenser Landwirte, auf Pestizide zu verzichten, wird kaum möglich sein, wenngleich ich dieses Ziel für sinnvoll halte. Hier sind die Bundes- und die Landesregierung in der Pflicht.
Antwort von Martina Hannen, FDP
Ich sehe hier zwei unterschiedliche Handlungsfelder. Zum einen die Verwendung auf privaten Flächen und zum anderen die Verwendung auf kommunalen Flächen. Ich denke, dass in der Landwirtschaft schon längst ein Umdenken stattgefunden hat und weiterhin stattfindet. Hier gilt es vor allem die Themen Versorgungssicherheit und Finanzierbarkeit im Blick zu behalten. Für den Bereich der kommunalen Flächen ist ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bereits heute möglich und dafür würde ich mich einsetzen. Die gilt auch für Flächen, die die Stadt Lage verpachtet. Der Einsatz von Bioziden zur Bekämpfung von Gesundheits- und Materialschädlingen ist allerdings zum Teil notwendig und verpflichtend. Auch hier ist es aber wichtig, den Einsatz zu minimieren und immer nach Alternativen Ausschau zu halten.
Antwort von Matthias Kalkreuter, SPD
In Ermangelung einer rechtlichen Handhabe für die Stadt Lage setze ich auf das Gespräch mit den Landwirten. Mit Unterstützung der Landesbehörden und der Landwirtschaftskammer sollten weniger schädliche Anbaumethoden vorgestellt und nahegelegt werden. Außerdem sollten die Vorteile von Blühstreifen im Ackerrandbereich herausgestellt werden.