Klimawandel lokal - Was planen Sie für Lage

Klimawandel lokal - Was planen Sie für Lage

Den überregional vereinbarten Klimaschutzzielen muss jede Kommune in Europa gerecht werden. Was planen Sie, um Lage in Klimafragen auf den richtigen Weg zu bringen?

Wie Sie sicher wissen, gibt es ein "Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Lage". Es beinhaltet 40 TOP-Projekte der Stadt, die zum Teil schon in 2014 eingeführt wurden.
https://www.lage.de/media/custom/2517_442_1.PDF?1440580278
Wie schätzen Sie den Erfolg der bisherigen Maßnahmen ein, welche davon sind Ihnen bekannt und welche liegen Ihnen besonders am Herzen?

Antwort von Frank Drexhage, BÜNDNIS 90 / GRÜNE

Die ersten beiden Fragen möchte ich aufgrund der inhaltlichen Nähe gerne in einer Antwort zusammenfassen.

Das Klimaschutzkonzept der Stadt Lage ist mir natürlich bekannt. Die Lagenser Grünen setzen sich seit ihrer Gründung für den Klimaschutz ein. Alle im Klimaschutzkonzept angesprochenen Maßnahmen sind sinnvoll und in Teilen auch begonnen worden.

Da nach dem Ende der "Jamaika-Koalition" das damalige gut funktionierende Umweltamt durch Bürgermeister Liebrecht aufgelöst wurde und die Mitarbeiter*innen zum Teil mit Aufgaben betreut wurden, die mit Umwelt- und Klimaschutz wenig zu tun haben, fehlte in der Verwaltung die Fachkompetenz, um die Ziele des Klimaschutzkonzepts entscheidend voranzubringen.

Die Grünen haben seit über zehn Jahren bei allen Haushaltsplanberatungen die Einstellung eines hauptamtlichen Energiemanagers gefordert. Erst jetzt, am 1.5.2019 wurde die Stelle besetzt.

Ich sehe dringenden Handlungsbedarf in den Bereichen Energieeffizienz, Energievermeidung und der Förderung der regenerativen Energien.

Im Einzelnen heißt das:

  • Wärmedämmung aller öffentlichen Gebäude vorantreiben
  • Umrüstung der Straßen- und Flutlichtbeleuchtung auf LED beschleunigen
  • Straßenbeleuchtung in den Ortsteilen in der Nachtzeit von 12.00 Uhr bis 06.00 Uhr abschalten. (Einsparpotential - jährlich etwa 40 000 Euro)
  • städtische Neubauten möglichst im Passivhausstandard errichten
  • bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne den Einsatz regenerativer Energien ermöglichen
  • E-Mobilität fördern
  • Fahrradnutzung für den Weg ins Büro durch die städtischen Mitarbeiter*innen honorieren
  • Energieberatung für Gewerbetreibende und Hauseigentümer intensivieren
  • Bildungsangebote in Sachen Klimaschutz den weiterführenden Schulen unterbreiten
  • Begrünungsmaßnahmen und Pflanzaktionen (z. B. Plants for the Planet) unterstützen
  • Ausbau der regenerativen Energieerzeugung im Stadtgebiet beschleunigen
  • eine zweite Vorrangfläche für die Nutzung der Windenergie ausweisen

Lage liegt laut Energiebericht 2018 mit einem EEG-Anteil von nur 27% im lippischen Vergleich weit hinten, weil die effizienteste regenerative Energieform -die Windenergie- in Lage ausgebremst wurde. Im gesamten Kreis Lippe liegt der EEG-Anteil der Stromerzeugung bei 89%.

Dieser Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz ist nicht vollständig. Ich werde mit dem neu eingestellten Energiemanager intensiv zusammenarbeiten, um den Schutz des Klimas in Lage voranzubringen.

Antwort von Martina Hannen, FDP

Wir müssen bei allen Vorhaben und Beschlüssen die Auswirkungen auf Umwelt und Klima genauso  in den Blick nehmen wie die finanziellen Auswirkungen. Dort wo es möglich ist, kann ich mir zudem gut vorstellen auch die negative und positiven Auswirkungen auf Umwelt und Klima monetär darzustellen und Teil des kommunalen Haushalts werden zu lassen. Vor allem müssen wir die Transparenz der Auswirkungen von Entscheidungen vor Ort erhöhen und ein Bewusstsein schaffen. Dies lässt sich nicht mit populären Einzelmaßnahmen erreichen, sondern erfordert ein generelles Umdenken und Mitdenken bei jeder Entscheidung.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt war und ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Klar ist aber auch, weitere müssen folgen. Vor allem die Projekte an den Schulen finde ich wichtig, da wir so nachkommende Generationen frühzeitig sensibilisieren und ihnen das nötige Wissen mitgeben können. Persönlich liegt mir vor allem die Erweiterung der Fairtrade-Aktivitäten um das Thema Klimaschutz am Herzen. Als Vorsitzende der Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt Lage, begleite ich das Thema von Beginn an. Egal ob Klima oder fairer Handel, am Ende geht es um Problembewusstsein und das Wissen um die Folgen des eigenen Handelns. Ein gutes Beispiel ist hierfür die Plant for the Planet Akademie. Über 2000 Eichen konnten wir hier in Lage zusammen mit Schülerinnen und Schülern durch dieses Projekt neu pflanzen. 

Antwort von Matthias Kalkreuter, SPD

Im Jahr 2014 hat der Rat der Stadt Lage das integrierte Klimaschutzkonzept verbindlich beschlossen. Bei der Umsetzung des Konzeptes brauchen wir mehr Dynamik. Mit der Einstellung des Klimaschutzmanagers vor einigen Wochen und die von mir angestrebte Wiedereinführung eines Umweltamtes zur Bündelung des Umwelt- und Klimaschutzaktivitäten der Stadt Lage bin ich zuversichtlich, dass uns dies auch gelingen wird.

Im Klimaschutz muss die Stadt Lage aktiv voran gehen, um unsere Bevölkerung zu eigenen Initiativen zu animieren. Die energieeffiziente Sanierung der städtischen Gebäude und die Ausnutzung der vorhandenen Photovoltaik-Potentiale gehören zwingend dazu. Die Stadtwerke Lage möchte ich gerne zu einem klimafreundlichen Versorger weiterentwickeln.