Bodendeponie im Trinkwasserschutzgebiet
In Lage-Hagen ist eine Erweiterung der Wurftaubenschiessanlage geplant, die u. a. einen 22 Meter hohen und 250 Meter langen Erdwall vorsieht, der über 10 Jahre mit 550.000 cbm Erde aufgeschüttet werden soll.
Wie erklären Sie den Bewohnern von Waddenhausen, Hardissen, Hagen und Lieme, dass in den nächsten Jahren mehr als 25.000 LKW mit Erde über die ohnehin schon maroden (zum größten Teil "radwegfreien") Straßen der Dörfer rollen – vorbei an Schulen, Sportplätzen, Kindergärten und Freibädern?
Wie stehen Sie dazu, dass im Trinkwasserschutzgebiet weiterhin und in Zukunft noch mehr als bisher mit bleihaltiger Munition geschossen wird? Wie stellen Sie sicher, dass das Trinkwasser davon nicht belastet wird?
Antwort von Frank Drexhage, BÜNDNIS 90 / GRÜNE
Ein Bauantrag auf Erweiterung der Wurftaubenschießanlage liegt bei der Genehmigungsbehörde des Kreises bisher nicht vor. Im Rahmen des bevorstehenden Genehmigungsverfahrens werden die Ausschüsse und der Rat beteiligt werden. Ich werde die Planungen kritisch begleiten und für größtmögliche Beteiligung der Öffentlichkeit sorgen.
Antwort von Martina Hannen, FDP
Die geplante Erweiterung muss verträglich für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner und die Natur erfolgen. Wichtig ist es aus meiner Sicht, Sorge zu tragen, dass möglichst große LKW, zum Beispiel mit 55m³ Ladevolumen, verwendet werden. Dies würde die Belastung auf 10.000 LKW-Fahrten reduzieren. Auf zehn Jahre verteilt hieße dies, dass durchschnittlich pro Tag vier Fahrten erforderlich wären. Gleichzeitig müssen diese Fahrten zeitlich so verträglich wie möglich geplant und durchgeführt werden. Im Hinblick auf den teilweise schlechten Zustand der Straßen müssen wir ungeachtet möglicher Belastungen durch LKW handeln.
Bleihaltige Munition gilt es so weit wie möglich durch umweltverträglichere Munition zu ersetzen. Durch die Verwendung bleihaltiger Munition auf Schießanlagen wird aber nicht nur das Grundwasser kontaminiert, auch Tiere und Pflanzen werden geschädigt. Aus meiner Sicht ist es daher wichtig darauf zu achten, dass wenn Schießanlagen gebaut werden, sie so gebaut werden, dass ein Eindringen von Blei in tiefere Bodenschichten verhindert wird und kontaminierte Bodenschichten regelmäßig abgetragen und vom Blei befreit werden. Durch die vorhandene Bodendeponie ist eine Kontamination des Grundwassers ausgeschlossen.
Antwort von Matthias Kalkreuter, SPD
Die „Stadt des Sports“ lebt von der Vielfalt der sportlichen Angebote ihrer Vereine. Dazu zähle ich auch den Wurftaubenclub mit seiner Anlage am Lönsweg.
Im ersten Schritt stellt sich mir die Frage, ob hier zwingend mit bleihaltiger Munition geschossen werden muss. Wenn dies der Fall sein sollte, finde ich es gut und richtig, schädliche Bleieinträge auf den umliegenden Äckern zu vermeiden. Deshalb ist die Anlage eines „Schutzwalls“ o. ä. grundsätzlich ein sinnvoller Vorschlag. Eine weitere Bodendeponie unter diesem Deckmantel lehne ich allerdings kategorisch ab.
Ich vertraue darauf, dass die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Lippe hier eine sorgfältige Prüfung der relevanten Umweltaspekte durchführt und ein solches Vorhaben abschlägig beurteilt.